Heilanzeigen und Krankheiten: Diabetes mellitus Typ 2
Allgemeines
zur Kur Therapien
Heilanzeigen
Gesundheit
& Medizin Kurorte
& Heilbäder Kliniken
& Hotels

A
· B · C · D
· E · F
· G ·
H · I
· J · K · L · M · N ·
O · P
· Q · R · S
· T · U · V · W · X
Y Z
Diabetes mellitus Typ 2
Der Typ 2 Diabetes ist die am häufigsten vorkommende
Form des diabetischen Erkrankungsfeldes und betrifft mehr als 90%
der Diabetiker. Assoziiert ist die Erkrankung häufig mit einer
Befundkonstellation, die als sogenanntes Wohlstandssyndrom
bezeichnet wird, womit ein Zusammentreffen der 4 Risikofaktoren
stammbetonte Adipositas
(Übergewicht, v.a. Bauchfett), erhöhte Blutfettwerte,
Bluthochdruck und letztlich die gestörte Glucosetoleranz gemeint
ist. Auf diesem Boden kann sich schlussendlich die Erkrankung manifestieren.
Ebenso spielen allerdings auch genetische Faktoren eine große
Rolle.
Ursachen des Diabetes mellitus Typ 2
Anders als beim Diabetes
mellitus Typ 1 fehlt Insulin vor allem zu Beginn der Erkrankung
nicht. Man spricht von einem relativen Insulinmangel. Obwohl das
-den Zuckerhaushalt regulierende- Hormon Insulin im Körper
vorhanden ist, sprechen die Körperzellen auf dieses nicht an.
Ursächlich hierfür sind u.a. Defekte
der Zellrezeptoren, die im Normalfall mit dem Insulin interagieren,
wodurch die Aufnahme von Glucose in die Körperzellen (v.a.
Muskel- und Fettzellen) gewährleistet wird. Ist diese Interaktion
gestört, kann der Blutzuckerspiegel folglich nicht absinken
(Insulinresistenz). Im Verlauf produziert der Körper
als Reaktion auf diesen Zustand eine größere Menge von
Insulin, sozusagen als Versuch der Kompensation. Tückisch daran
ist wiederum, dass durch die erhöhten Insulinspiegel im Blut
(Hyperinsulinämie) das Hungergefühl gesteigert wird, was
letztlich den Risikofaktor Adipositas begünstigt. Ebenso werden
durch die Hyperinsulinämie Insulinrezeptoren sogar abgebaut
(sog. down regulation). Letztlich erschöpfen die Kapazitäten
der Bauchspeicheldrüse und die Insulinproduktion lässt
nach (Insulinbildungsstörung), wodurch sich die erhöhten
Blutzuckerwerte manifestieren und die Gabe von oralen Antidiabetika
(s.u.) oder Insulin notwendig wird.
Der Beginn der Erkrankung ist in vielen Fällen
schleichend und der Betroffene zeigt keine Symptome. Die Erkrankung
manifestiert sich häufig jenseits des 40. Lebensjahres, wobei
zunehmend auch jüngere Menschen durch westliche Ernährungsgewohnheiten
diesen Diabetes Typ entwickeln. Häufig fallen erhöhte
Blutzuckerwerte zufällig in der hausärztlichen Routineuntersuchung
auf. Zur Diagnosesicherung können dann u.a., die im Text Diabetes
mellitus - Eine Einführung beschriebenen weiteren Testungen
wie z.B. der orale Glucose Toleranz Test (oGTT) herangezogen werden.
Therapie des Diabetes mellitus Typ 2
Wie schon erwähnt ist eine unmittelbare Insulintherapie
beim Diabetes mellitus Typ 2 nicht unbedingt erforderlich. Die Erkrankung
entwickelt sich langsam und so kann auch die Therapie auf verschiedene
Säulen gestützt werden.
Ausschlaggebend ist die Früherkennung der
Erkrankung. Bereits bei Vorliegen einer gestörten Glucosetoleranz
sollte eine Therapie einsetzen. Als gestörte Glucosetoleranz
wird ein Grenzbereich der Blutzuckerkonzentration sowohl beim Nüchtern-Blutzuckertest,
als auch im oralen Glucose Toleranztest bezeichnet, der die normale
Blutzuckerkonzentration nur wenig bis mäßig überschreitet.
In diesem Anfangsstadium der Erkrankung ist die
erste und wichtigste therapeutische Maßnahme, eine Gewichtsnormalisierung
und Steigerung der körperlichen Aktivität anzustreben.
Durch diese Maßnahmen lässt sich die Sensitivität
der Körperzellen für das vorhandene Insulin erhöhen
und somit die Manifestation eines Diabetes zumindest hinauszögern.
Die Stoffwechselsituation lässt sich so über eine lange
Zeit stabilisieren, wenn nicht gar verbessern und somit tritt der
Betroffene eigenständig auch den diabetischen Folgeschäden,
vor allem an den Blutgefäßen effizient entgegen. Wichtig
ist, dass Arzt und Patient ein gemeinsames Konzept entwickeln, um
dieses Ziel zu erreichen. Der Alleinige Rat Gewicht abzunehmen hilft
hier meist nur wenig. Es bedarf eines hohen Maßes an Aufklärung
und Schulung für den Patienten (siehe auch: Text
Adipositas). Dieser Therapiepfeiler ist beim Diabetes mellitus
Typ 2 ein tragendes Element, in jedem Stadium der Erkrankung, da
es prognostisch eine sehr wichtige Rolle vor allem im Hinblick auf
Folgeerkrankungen darstellt.
Ist die Stoffwechselsituation durch diese Maßnahmen
nicht zufriedenstellend beherrschbar, besteht die Möglichkeit
Medikamente einzusetzen. Die sogenannten oralen Antidiabetika lassen
sich grob in 3 Gruppen einteilen.
- Kohlenhydrat-Resorptionsverzögerer (Alpha-Glucosidasehemmer)
Durch Medikamente dieser Gruppe wird die Aufnahme von Glucose
aus dem Darm in den Organismus verzögert, um Blutzuckerspitzen
nach der Nahrungsaufnahme abzufangen. Meist werden sie in Kombination
mit anderen oralen Antidiabetika verabreicht.
- Medikamente, die eine erhöhte Empfindlichkeit der Körperzellen
für Insulin bewirken
Hier sind vor allem die neueren Insulinsensitizer (Glitazone)
zu nennen. Diese bewerkstelligen eine bessere Aufnahme von Glucose
in die Zellen.
- Medikamente, die eine erhöhte Sekretion (Ausschüttung)
von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse bedingen
Diese Gruppe umfasst die sogenannten Sulfonylharnstoffe, die eine
Abgabe des in den B - Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
gespeicherten noch vorhandenen Insulins fördern.
Die Wirkungen sind hier recht grob beschrieben und die Entscheidung,
welche Medikamente- bzw. Kombinationen eingesetzt werden, muss
nach sorgfältiger Abwägung und unter Bezugnahme des
individuellen Patientenstatus erfolgen.
Die letzte Therapieinstanz ist die Verabreichung
von Insulin. Hier lassen sich die Therapieprinzipien, je nach Ausmaß
des Insulinmangels mit denen von Typ 1 Diabetikern vergleichen (siehe
Text: Diabetes mellitus
Typ 1). Die orale Gabe von Insulin (z.B. als Tablette) ist nicht
möglich, da die chemische Struktur dieses Hormons eine solche
Darreichungsform nicht erlaubt. Daher ist die subkutane (in das
Unterhautfettgewebe) Injektion des Insulins momentan unumgänglich.
Prognostisch ist die langfristig zufriedenstellende
Stoffwechseleinstellung von größter Bedeutung, was eine
hohe Eigenverantwortung seitens des Patienten voraussetzt. Unabhängig
vom Diabetes Typ sind Schulungen, Aufklärung über die
Erkrankung und mögliche Folgeschäden (s. Texte: Diabetes
- Eine Einführung; Diabetes
mellitus Typ 1), sowie eine individuelle Therapieplanung unerlässlich,
wozu eine gute und vertrauensvolle Arzt - Patient - Beziehung Bedingung
ist.
Verfasst von cand. med. Daniel Adiek (Bochum)
Angebote zur Beeinflussung des Diabetes mellitus
Auf der Website www.kur-und-gesundheitsurlaub.de
finden Sie spezielle Angebote, die den Ansprüchen von Diabetikern
gerecht werden. Bei den Gesundheitsreisen
für Diabetiker wird beispielsweise auf eine spezielle Ernährung
geachtet oder es werden im Rahmen des Gesundheitsurlaubs spezielle
Ernährungsberatungen angeboten. Darüber hinaus besteht
ein umfangreiches Reiseangebot mit dem Ziel einer dauerhaften Gewichtsreduktion
oder einer Ernährungsumstellung.
Diese Informationen stelle keine ärztliche
Beratung dar und dürfen auf keinen Fall als Ersatz für
eine ärztliche Beratung angesehen werden. Aufgrund der oben
angegebenen Informationen dürfen auf keinen Fall eigenständig
Diagnosen erstellt werden.
|