Geschichte der Kur
Die Geschichte der Kur bzw. einzelner Kuranwendungen lässt
sich bis in die Antike zurückverfolgen. Während
dieser Zeit war das Baden in Thermalquellen eine verbreitete
Methode zur Linderung von Schmerzen und zur Behandlung von
Erkrankungen.
Auch die gesundheitsfördernde Wirkung von Massagen und
körperlicher Bewegung ist in vielen Kulturkreisen ebenfalls
seit mehreren tausend Jahren bekannt. Somit beruhen wesentliche
Elemente moderner kurmedizinischer Anwendungen auf sehr alten
Überlieferungen.
Heute wird dieses überlieferte Wissen durch die Erkenntnisse
der modernen Medizin ergänzt.
In unserem Kulturkreis waren Kuren zu dieser Zeit jedoch weitgehend
unbekannt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden nach englischem Vorbild
auch an der Ostseeküste erste Seebäder ausgewiesen.
Der deutsche und europäische Adel verbrachte hier bei
ausgedehnten Bäderkuren seine "Sommerfrische".
Die positiven Wirkungen von Kuren rückten so zunehmend
in den Blickwinkel der Gesellschaft. Eine Öffnung der
Kur für breitere Bevölkerungsschichten erfolgte
zunächst durch die Ausweitung auf nichtadlige aber dennoch
betuchte Gäste in weniger exklusiven Seebädern.
Heute ist der Anspruch auf kurmedizinische Maßnahmen
gesetzlich geregelt und nahezu unabhängig vom finanziellen
und gesellschaftlichen Status.
Anfänglich stand bei kurmedizinischen Anwendungen die
Linderung bzw. Heilung bestehender Krankheiten im Vordergrund.
In jüngster Zeit werden Kuren in zunehmendem Maße
auch präventiv, also zur Vermeidung von Krankheiten oder
zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt. Ein
Grund hierfür ist der gestiegene Konkurrenzdruck auf
dem Arbeitsmarkt. Damit einher geht die Notwendigkeit zum
Erhalt der individuellen Arbeitsfähigkeit. Ein weiterer
Grund ist die steigende Lebenserwartung und der Wunsch, den
Lebensabend bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit
zu verbringen. Vor diesem Hintergrund hat das Gesundheitsbewusstsein
in der Bevölkerung stark zugenommen.
So ist unter anderem der in den letzten Jahrzehnten zu beobachtende
Fitness- und Wellnessboom Ausdruck dieses sich verändernden
Körper- und Gesundheitsbewusstseins in der Gesellschaft.
Darüber hinaus ist zu beobachten, dass breite Schichten
der Bevölkerung heute wesentlich besser über Fortschritte
in der medizinischen Forschung, über die Art und Weise
gesunder, ausgewogener Ernährung oder die positiven Wirkungen
sportlicher Betätigung informiert sind, als dies noch
vor wenigen Jahren der Fall war.
Im Ergebnis dieser Entwicklung ist ein stetig steigender
Teil der Bevölkerung bereit, private Mittel für
den Erhalt ihrer Gesundheit und zur Steigerung ihrer Lebensqualität
aufzuwenden. So sind die Ausgaben für Gesundheit, Wellness,
Beauty und Sport in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Ein weiterer Beleg ist die deutlich gestiegene Zahl von privat
finanzierten Kuraufenthalten, auch wenn dies zu einem gewissen
Teil darauf zurückzuführen sein dürfte, dass
Krankenkassen Kuranträge in letzter Zeit häufiger
ablehnen.
Unabhängig von der Art der Finanzierung haben Kuraufenthalte
grundsätzlich zahlreiche positive Auswirkungen, sowohl
auf das physische, als auch auf das psychische Wohlergehen
eines Gastes. Kuren werden gezielt zur Behandlung bestehender
Krankheiten, zur Vorbeugung vor Erkrankungen oder schlicht
zur Steigerung des individuellen Wohlbefindens eingesetzt
und tragen so aktiv zur Aufrechterhaltung der privaten und
beruflichen Leistungsfähigkeit bei.
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